Ela in Lebensgefahr – Die Unwetter-Katastrophe (Teil 2)

Ich hatte es ja in meinem vorherigen Beitrag schon angedeutet, das am Tage des Unwetters es für mich noch zu einer ziemlich heftigen und lebensgefährlichen Situation kam.

Ich war mit einigen Helfern dabei, das Wasser vom Hof in Richtung Hauptstraße zu bekommen, als wir mitbekommen hatten, das ein Auto dort stecken geblieben ist. Erst hatte ich das gar nicht so richtig gerafft, das es mit dem Vorderrad in einem offenen Gully stecken geblieben ist. Der Wasserdruck aus der Kanalisation hat diesen einfach weggespült gehabt und da die Straße ja komplett überflutet war (ich denke, so 10-20 Zentimeter hoch), war das nicht erkennbar.

Zwei Leute waren bereits am helfen und schoben das Auto an, damit es weiter fahren konnte. Ich ging ebenfalls über die Straße in Richtung Auto und war etwa 2 Meter davon entfernt, als ich den nächsten Schritt plötzlich in das Nichts machte. Es fehlte mir sprichwörtlich der Boden unter den Füßen.

Mir war sofort klar, was passiert war. Hier war ebenfalls ein offener Gully – ohne Deckel und ich bin genau hineingetreten. Adrenalin schoß mir durch den ganzen Körper, ich merkte wie ich bis etwa zur Brusthöhe in die Kanalisation fiel. Völlig instinktiv (und richtig) hatte ich aber direkt, als ich merkte, das mir der Boden unter den Füßen fehlte, meine Arme ausgebreitet, mit denen ich mich aufgefangen hatte.

Zusätzlich ist mein linkes Knie gegen eine Kante vom Schacht mit voller Wucht geprallt und meine rechte Hüftseite ebenfalls an der Kante entlang geschrammt. Gleichzeitig spürte ich den immensen Wasserdruck, der von unten kam und meinen freien Fall bremste, vielleicht gab er mir sogar einen Auftrieb. So genau weiß ich das nicht mehr, da alles wirklich sehr schnell binnen Bruchteile von Sekunden ging. Genau in diesem Moment packten mich die anderen beiden Helfer, die zuvor noch am Auto waren, jeweils am Arm und zogen mich heraus.

Ich habe keine Ahnung, ob ich es mit eigener Kraft heraus geschafft hätte. Und ich möchte mir nicht ausdenken, was mit mir passiert wäre, wenn ich noch ein bisschen tiefer in den Schacht gesunken wäre. Das wäre es wohl mit mir gewesen. Dann wäre ich in diesem Unwetter ertrunken. Denn wäre ich in die Kanalisation gesogen worden, hätte ich definitiv keine Chance gehabt, zu überleben.

In dem Moment habe ich das ganze erstmal gar nicht so richtig realisiert, wie viel Glück ich gehabt habe. Tatsächlich habe ich erst noch weiter am Hof geholfen, aber nicht mehr allzu lange. Denn mein Knie schmerzte von dem Aufprall und das ganze saß mir irgendwie dann doch in den Knochen, wie man so schön sagt.

Die Schürfwunde an der Hüfte ist auch nach gut zwei Wochen noch leicht zu sehen, aber fast weg. Auch das Knie hat über zwei Wochen ordentlich geschmerzt und war ordentlich angeschwollen. Larissa, meine Nachbarin, hat es mit etherischen Ölen behandelt, ich habe es gekühlt. Und mittlerweile, nach gut zwei Wochen, ist es zwar noch nicht ganz schmerzfrei, aber es wird.

Viel schlimmer waren für mich in den ersten Tagen danach die Erlebnisse im Kopf zu verarbeiten. Immer wieder kam mir der Moment des „Absaufens“ in den Kopf in den unterschiedlichsten Momenten. Immer wieder, wenn ich Tatü-Tata gehört hatte, war das irgendwie schlimm für mich. Und als ich zwei Tage nach dem Unwetter bei einem Tatü-Tata auf die Hauptstraße schaute und mehrere DLRG-Fahrzeuge im Einsatz mit Booten entlangfahren gesehen hatte, konnte ich das einfach nicht fassen. Es ist alles so surreal. So schrecklich. Und ich hab wahnsinnig viel Schwein gehabt.

Mein Handy hat es natürlich nicht überlebt. Wundert mich auch nicht, es war ja komplett im Wasser für einige Sekunden. Schon ärgerlich, ohne Frage. Aber ich bin ehrlich – ein Handy ist ersetzbar (und das habe ich auch bereits getan). Viel wichtiger ist, das ich überlebt habe. Materielle Dinge sind da absolut zweitrangig. Was bringt es, wenn mein Handy überlebt hätte und ich nicht? Mir jedenfalls nicht viel …..

Ich weiß gar nicht, ob ich mich bei den beiden, die mich rausgezogen hatten, bedankt habe. Ich weiß auch gar nicht mehr genau, wer das vom Hof war. Aber ich bin beiden auf jeden Fall unendlich dankbar. Mittlerweile habe ich das ganze im Kopf, so glaube ich, recht gut verarbeitet. Aber die ersten Tage war das so eine Art leichtes Traumata, denke ich.

Ich würde auf jeden Fall wieder helfen, wenn es nochmal zu einer Unwetter-Katastrophe kommen sollte. Und ich bin mir -leider- sehr sicher, das es irgendwann wieder passieren wird. Ob in einem Jahr, in 5 Jahren oder in 15 Jahren. Aber es wird passieren. Aber ich weiß auch, das ich auf jeden Fall vorsichtiger agieren würde – die Selbstsicherung ist das A und O. Und über eine überflutete Straße würde ich jetzt nicht mehr so leichtfertig gehen. Auf gar keinen Fall!

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