Ein Hof säuft ab – Die Unwetter-Katastrophe (Teil 1)

Man wusste es ja schon aus dem Wetterbericht, das am Mittwoch, den 14.07.2021 mehr Regen fallen wird als sonst. Aber das, was an diesem Tag passierte, das hat niemand so geahnt.

Es regnete sich ein. Wie an so vielen Tagen. Bis 17 Uhr war ich in meinem neuen Haus noch mit der Renovierung beschäftigt, zuletzt hatte ich im Keller einige Arbeiten erledigt. Ich machte mir nicht viele Gedanken zu diesem Zeitpunkt und die Hoffnung, das es irgendwann über Tag zwischendurch für ein paar Minuten mal aufhört zu regnen, damit ich trockenen Fußes einiges Dinge aus der Garage ins Haus räumen kann, hatte ich irgendwann auch aufgegeben.

Ich fuhr also nach getaner Arbeit nach Hause und kam irgendwann auf einmal, fast am Ziel, an einem Haus vorbei, wo der ganze Garten sich in ein riesigen Bach verwandelt hatte und alles hinunter auf die Straße lief. Es war aber ungefährlich, so das ich hier weiterfuhr und kurz danach zuhause ankam. Da die Straße, die ich überquerte, etwa 100 Meter von meinem Wohnhaus entfernt in die Hauptstraße mündete (und es ging ja bergab von dort), bin ich zu Fuß dorthin, weil ich einfach neugierig war.

Das Bild, was sich mir an der Kreuzung bot, war dann aber doch unerwartet für mich. Das Wasser schoss aus den Gullideckeln hervor und überspülte die ganze Straße. Es war ein reißender Bach. Direkt neben der Kreuzung war eine Hofanlage, wo ebenfalls das Wasser stand. Viola, die dort wohnte und die ich kannte, entdeckte mich und wir unterhielten uns kurz. Von Ihr erfuhr ich, das der ganze Hof überschwemmt ist und man teilweise bis über die Knie im Wasser stand. Ich war dann doch recht schockiert, hatte ich damit nicht gerechnet.

Recht spontan habe ich mich dazu entschlossen, meine Hilfe anzubieten und wir versuchten, die Wassermassen aus dem Hof zu bekommen, was uns tatsächlich teilweise auch ganz gut gelang. Es waren jede Menge Helfer da, auch andere wildfremde Menschen, die einfach helfen wollten. Meine Sneakers waren nicht unbedingt perfekt dafür geeignet, aber so hohe Gummistiefel hätte ich auch nicht gehabt. Und von oben regnete es unerbittlich weiter, so das ich nach kurzer Zeit völlig durchnässt war.

Im Hof waren natürlich Keller und Garagen alle vollgelaufen, man musste auch sehr aufpassen, nicht auszurutschen, denn der Boden war teilweise verschlammt und rutschig. Denn am anderen Ende vom Hof war eine Wohnung, aus der das Wasser raus musste. Drei andere Wohnungen im Hof drohten ebenfalls Opfer der Wassermassen zu werden – aber ich kann vorweg nehmen, das dies nicht passierte. Aber es war mehrfach sehr knapp.

Alle Helfer und auch die Bewohner des Hofes packten alle an. Niemand war sich für irgendwas zu schade. Und auch der Humor kam nicht zu kurz. Egal ob über die Wasserqualität des Innenhof-Pools gescherzt wurde oder was auch immer, die Bewohner haben auch Ihre Witze gerissen. Was bleibt einem auch anderes übrig, ändern kann man es ja nicht, was gerade passiert. Und Viola meinte am nächsten Tag sogar zu mir, das es sogar irgendwie Spaß gemacht hat – wenngleich die Umstände nicht so toll waren.

Zwischendurch bin ich auch immer mal wieder zu meinem Haus und habe kontrolliert, ob bei mir noch alles trocken war/ist, was glücklicherweise der Fall war. Aber der Regen hörte einfach nicht auf und die Wassermassen, die aus den Gullideckeln schossen, waren einfach nur enorm und verwandelten die Kreuzung und den weiteren Straßenverlauf einfach nur noch in einen reißenden Wildbach. Trockenen Fußes ging es hier von keiner Seite auf die andere. Für mich eh egal, ich war schon von Kopf bis Fuß klitschnass. Doch das es noch zu einer Steigerung kommen sollte – und zwar zu einer für mich lebensgefährlichen -, das konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Dazu aber in einem separaten Beitrag später mehr.

Irgendwann habe ich Thi angerufen, mit der ich bei Foodsharing Lebensmittel rette und fragte, ob Sie irgendwas hat. Denn die über 20 Helfer auf dem Hof hatten auch irgendwann Hunger und Zeit war vor Ort nicht wirklich für irgendwen, Verpflegung zu machen. Thi hat das unmögliche möglich gemacht und bei einer Kantine noch Essen gerettet. Kartoffeln, Spinat, Lasagne und mehr. Es war sehr lecker und alle haben sich über die Stärkung zwischendurch sehr gefreut und waren Ihr sehr dankbar (ich auch).

Gegen 22 Uhr hörte der Regen endlich auf, ich selbst war sowieso schon am Ende meiner Kräfte und hatte mich dann auch quasi verabschiedet, zumal ich auch die ein oder andere Verletzung erlitten hatte. Ich hatte Viola aber gesagt, sollte es doch noch mal kritisch werden, solle Sie mich anrufen, auch mitten in der Nacht.

Der Anruf blieb aus, die Hofanlage war am nächsten Tag trocken – aber voller Schlamm und die Keller voller Wasser. Im Vergleich aber zum Umland noch völlig harmlos …….

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