Brot für die Welt – Aber die Wurst bleibt hier!

Mittlerweile sind seit meinem Start bei Foodsharing schon ein paar Tage (und vor allem ein paar Abholungen) vergangen. Ich habe meinen Ausweis und darf jetzt auch alleine bei Betrieben abholen. Mittlerweile habe ich einen Backdiscounter und einen Supermarkt, wo ich regelmäßig abhole und bin sukzessive dabei, mir neue Betriebe zu suchen. Letzteres ist nicht ganz so einfach, da die meisten Betriebe voll sind, d.h. ausreichend Abholer haben. Aber immer mal wieder werden neue gesucht oder es kommen neue Betriebe dazu. Geduld gehört also auch ein bisschen dazu.

Es ist auch ein bisschen faszinierend, welche Mengen man manchmal rettet (oder auch nicht). Normalerweise marschiere ich mit 3-4 großen Kisten voller (belegter) Brötchen und Backwaren aus dem Backdiscounter und manchmal ist es gerade mal eine Kiste voll. Letzteres ist gut für den Backdiscounter und gut für die Umwelt, denn damit wurden weniger Ressourcen verschwendet. Problem ist halt der Kunde, der auch kurz vor Feierabend noch eine möglichst große Auswahl erwartet.

Auch bei den Supermärkten gibt es interessante Dinge, die man manchmal rettet. Zumindest wusste ich bisher nicht, das es essbare Kakteenblätter im Glas zu kaufen gibt. Aber das sei mal nur so am Rande erwähnt.

Wie ich schon in meinem vorherigen Beiträgen festgestellt hatte, macht die Abholung bei den Betrieben gar nicht mal die größte Zeit aus. Ich orientiere mich sowieso bei den Betrieben möglichst daran, das diese für mich so integrierbar sind, das ich damit andere Fahrten verbinden kann (sei es beruflicher oder privater Natur) und eher selten nur direkt für eine Abholung mich in mein Auto setze (was aber natürlich auch ab und an immer mal vorkommt, sowas lässt sich einfach nie ganz vermeiden).

Mein Verteilnetzwerk habe ich mittlerweile über eine WhatsApp-Gruppe organisiert, was tatsächlich recht gut funktioniert. Ich schreibe kurz rein, was ich (in etwa) gerettet habe und ab wann die Leute kommen können und jeder postet (im 10-Minuten-Takt) einfach seine Zeit, wann er dann da ist zur Abholung. So kommen die Leute nacheinander (in Zeiten wie diesen ja leider wichtig) und organisieren sich die Zeiten selbst. Ich muss dann quasi nur noch anwesend sein und gebe die Lebensmittel raus. Dabei versuche ich mittlerweile mein Augenmerk auf die Leute zu legen, die den Euro zweimal umdrehen müssen. Da gibt’s dann auch mal die besonderen Sachen wie frische Vollmilch eines Markenherstellers, Marken-Butter oder auch Spargel aus der Region, den der Rest aus meinem Verteilnetzwerk einfach gar nicht erst angeboten bekommt. Denn wem ich was wie gebe, obliegt komplett mir.

Natürlich erfreue ich mich auch an den Lebensmitteln, denn ich darf das gerettete ja auch für mich selbst verwenden (und das mache ich natürlich auch). So kommt man halt auch an sein Obst, Gemüse und die ein oder andere Wurst. Natürlich ist mein Ziel jedes mal, möglichst alle Lebensmittel darüber hinaus weiterzugeben, das steht auch immer ganz vorne, aber im Hinterkopf ist aber auch das soziale mit dabei. Auch wenn ich die Bedürftigkeit nicht kontrollieren kann (oder besser: nicht will – ich bin ja nicht die Tafel oder so und das will ich auch gar nicht sein).

Aber eines habe ich in der kurzen Zeit schon festgestellt: Es ist totaler Wahnsinn, welche Mengen ich als einzelner schon rette. Wenn man das einfach mal hochrechnet, dann haben wir eine wahnsinnige Lebensmittelverschwendung nach wie vor in Deutschland. Und Foodsharing ist dabei eine echt gute Sache! An dieser Stelle auch an großes Dankeschön an Thi, die mich letztlich zu Foodsharing gebracht hat.

close

Verpasse keine neuen Einträge im Blog!

Du erhältst nur 1x pro Woche eine Nachricht von mir mit allen neuen Beiträgen in der Kurz-Übersicht.

Ich sende keinen Spam! Erfahre mehr in meiner Datenschutzerklärung.