Sweet Sweet Gwendoline (Teil 1 von 2)

Bio-Frauen in meinem Alter hatten über 35 Jahre Zeit, Ihren Stil zu finden, zu Experimentieren und auszuprobieren. Wobei die meisten natürlich spätestens in Ihrer Pubertät diesen gefunden haben und im Laufe der Jahre dann weiterentwickelt haben. Quasi der natürliche Lauf der Evolution bzw. der Frauen dieser Welt. Entsprechend hatten Bio-Frauen mir etwas weit voraus: Eine ganze Menge Erfahrung in Sachen Klamotten, Stil & Styling.

Ich dagegen stand plötzlich vor einer neuen Herausforderung in einer ganz neuen, glitzernden Welt.

Nicht nur Klamottentechnisch erweiterte sich das Angebot für mich massiv, auch in Sachen Haarstyling und Schminken kamen zwei weitere, völlig neue Welten dazu. Und mittendrin ich, diejenige, die bisher eine totale Null in Sachen Klamottenstyling war. Die Shopping in der Vergangenheit hasste und zwei neue Jeans in unter 20 Minuten im Laden kaufen konnte. Hauptsache schnell fertig und wieder raus. Aber genau diese Möglichkeiten des Stylings reizten mich jetzt total und das nicht erst seit meinem offiziellen Outing. Erwähnte ich eigentlich, dass ich den Begriff Outing total doof finde? Und ich weiß immer noch nicht, wie ich es anders passend nennen sollte.

Ich stand nun also am Anfang. Ganz am Anfang. Man könnte sagen, ich habe gerade die Windelphase hinter mir, spiele mit Bauklötzen, lerne (als Frau) laufen und beginne halt von vorne. Sozusagen.

Beim Klamottenkauf hatte ich ja schon die eine oder andere Freundin dabei, die mich beraten hatte. Das Thema war von mir also so gesehen bereits erfolgreich angegangen worden, wenngleich ich zu Beginn mich sehr stark beeinflussen ließ. Ich hatte ja null Ahnung, was mir steht und was nicht und worauf man achten sollte und so weiter. Taille? Hatte ich mal von gehört, aber eine Rolle spielte es beim Klamottenkauf bisher ebenso wenig wie figurbetonte Klamotten. Doch das sollte ab jetzt alles anders werden. Das war mir damals aber nicht einmal ansatzweise bewusst.

Irgendwie kam ich dann bei der Meisterung der nächsten Herausforderung auf Maja. Maja ist die Mutter eines anderen Kindes in der gleichen Gruppe vom Kindergarten, wo auch meine Tochter hingeht und wir kannten uns grundsätzlich schon, wenn auch eher flüchtig. Und Maja macht Brautstyling- also Bräute für Ihre Heirat schick, schminkt diese, macht Ihre Frisur. Sie sollte also Ahnung von der Materie haben. Ich wusste zwar nicht, ob Sie meine Veränderung schon mitbekommen hatte, aber ich fasste meinen Mut zusammen und schickte Ihr am 18.04.2018 einfach eine WhatsApp:

Ich habe da mal vielleicht aus deiner Sicht eine etwas ungewöhnliche Frage 😉, du machst doch so Brautstyling und so. Kennst du dich auch mit Conturing beim Schminken aus?

Ich wollte nicht direkt ganz mit der Türe ins Haus fallen, das es um mich geht, andererseits dachte ich mir, wenn Sie es mitbekommen hat, dann wird es Ihr klar sein. Und wenn nicht. Naja, sehe ich ja dann. Sie antwortete auch relativ schnell:

Ja so einwenig kenne ich mich damit aus … was magst du wissen ??

An dieser Stelle sei dem geneigten Leser schon mal erwähnt, dass Ihr „ein wenig“ durchaus untertrieben ist. Aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht und „ein wenig“ ist mehr wie „keine Ahnung“, denn das war mein Wissensstand beim Thema Styling zu diesem Zeitpunkt.

Entsprechend antwortete ich Ihr dann ein wenig voller Hoffnung:

Meinst du, du könntest mir da mal ein wenig helfen?  Muss/ soll auch nicht umsonst sein.

Ich denke, so 30 Minuten würden locker ausreichen. Vermute ich mal

Wir verabredeten uns daraufhin für wenige Tage später bei Ihr zuhause und ich ging mit Ihr in Ihr Lädchen – so nennt Sie liebevoll Ihr Räumchen, das Sie extra umgebaut hat, und das sogar richtig gut. Schminktisch sowieso, aber auch ein Friseurwaschbecken findet sich hier. Also alles, was das Frauenherz höher schlagen lässt, wenn man sich stylen (lassen) möchte.

Maja zeigte mir beim Schminken diverse Grundlagen und Tipps, auch was das Contouring betraf.  Glücklich und Happy verließ ich so 2-3 Stunden später Maja’s Lädchen und auch in der Zeit danach stand Maja mir bei Fragen per WhatsApp genauso beiseite wie auch persönlich. Richtig, aus den 30 Minuten wurden 2-3 Stunden und Maja hatte sich der Herausforderung sogar gerne angenommen – denn ich war ja in der Tat anders wie Ihre sonstigen Kundinnen und tatsächlich mal so eine echte Herausforderung. Denn noch hatte ich männliche Konturen im Gesicht, die aber nach dem Styling im Idealfall nicht mehr da sind.

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