Lasse redn, Teil 2 (03/2018)

Als Mann hatte das Thema Mode bei mir eine untergeordnete Priorität. Angezogen war ich in 2 Minuten. Irgendein Hemd aus dem Schrank gegriffen, Jeans, meistens Turnschuhe dazu und fertig. Jedoch keine weißen Tennissocken, soweit ging ich als Mann dann doch nicht.

Bei der riesigen Auswahl an Kleidung für Frauen und einem noch absolut nicht vorhandenen Kleidungsstil, war das Ganze für mich schon eine echte Herausforderung. Ich verabredete mich daher mit Iris zum Einkaufen. Iris ist eine Volunteer-Kollegin, die ich bei der Eishockey-WM 2017 in Köln kennengelernt hatte. Schließlich brauchte ich unbedingt eine Beraterin.

Natürlich war es nicht nur mit einem Einkauf getan, ich hatte ja quasi gar nichts. Der Schrank war –rein aus Frauensicht betrachtet- völlig leer. Keine Hose, kein Shirt, nicht einmal eine Unterhose. Gar nichts. Aber man muss ja irgendwann und irgendwie anfangen. Auch wenn ich noch gar nicht meinen Kleidungsstil bzw. meine Linie gefunden hatte. Bei meinen ersten Einkäufen hielt ich mich grundsätzlich selbst noch zurück und vertraute mehr auf Iris. Zwar war auch eine pinke Hose dabei, die ich auch toll fand, aber generell waren alle Sachen eher der Kategorie normal und unauffällig zuzuordnen. Das ist ja eigentlich auch völlig nachvollziehbar für jemanden der bisher als Mann durch die Weltgeschichte lief.

Rückwirkend betrachtet muss ich sagen, dass es sicherlich der richtige Weg war, sich erstmal „einfach“ einzukleiden. Im Laufe der nächsten Wochen und Monate habe ich mehr wie nur einmal ins Klo gegriffen. Ich habe Geld für Klamotten ausgegeben, wo ich mich heute frage: „Wie konnte ich nur?“. Ich glaube, das kann man sogar nachvollziehen. Außerdem ist es sicherlich nicht verwunderlich, wenn ich jetzt verrate, dass ich im Laufe der Zeit meinen eigenen Stil gefunden habe und beim Einkaufen viel sicherer geworden bin. Während ich in den ersten Monaten möglichst immer mit einer Begleitung einkaufen ging, weil ich teilweise einfach noch unsicher war und die Beratung benötigte, ist es heutzutage so, dass ich auch problemlos alleine shoppen gehe.

Es gibt verschiedene wichtige Erkenntnisse, die ich interessanterweise erst als Frau entdeckt habe, die aber auch irgendwie für alle Männer gelten.

  • Das Wichtigste ist, dass man sich in den Klamotten selbst wohl fühlt. Ansonsten lass die Teile da wo sie sind. Wenn du Sie doch schon gekauft hast, weg damit. Ja, Sie haben Geld gekostet, aber es ist wichtiger, dass du dich wohl fühlst. Das Geld ist ja streng genommen auch nicht weg, es ist halt nur woanders…
  • Auch wenn du dich drin wohl fühlst: Du hast für das Teil hart gearbeitet, um Geld zu verdienen und um es mit dem Geld kaufen zu können. Bedeutet umgekehrt: Das Teil muss was für dich tun, das sage nicht nur ich, sondern auch der von vielen Damen geschätzte Guido Maria Kretschmer. Ist das nicht der Fall: weg damit.
  • Die folgende Erkenntnis gilt vielleicht weniger für Männer und Frauen an sich, aber für mich und alle anderen, die früher dem anderen Geschlecht angehörten umso mehr: Achte auf dein Äußeres.

    Denn man steht zumindest in der „Anfangsphase“ mehr unter Beobachtung als man denkt. Während sich die „Bio-Frau“ Kleidungstechnisch einen (oder auch mehrere) Fauxpas erlauben darf, wird bei mir eher die Stirn gerunzelt. Klar, da stehe ich generell drüber, lass die Leute doch reden. Das machen die im Zweifel sowieso. Wenn man aber jeden Tag verboten rumläuft, ist das auch nicht das Optimale und man muss sowas nicht unnötig forcieren.

So lautet jedenfalls meine bescheidene Meinung.

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