Der Speck ist weg! (11/2020)

Gegen 18 Uhr bin ich dann so langsam nach meiner Operation wieder wach geworden. Das war schon ganz schön spät. Eigentlich war die Operation ja nur als ambulante Operation geplant gewesen, aber ich hatte mit Frau Wefers bereits am morgen bei der Besprechung abgestimmt, dass ich eine Nacht im Krankenhaus trotz der Mehrkosten von knapp 600 EURO bleibe. Zum einen hatte ich keine nachfolgende 24-Stunden-Betreuung zu Hause, zum anderen macht das einfach wirklich Sinn. Und ich war um 18 Uhr auch nicht wirklich in der Lage, die Klinik zu verlassen. Das erste Mal habe ich irgendwann nachts um 3 Uhr das Aufstehen mit der Nachtschwester geübt. Das war noch verdammt wackelig, mein Kreislauf war immer noch nicht hundertprozentig. Erfolgreich konnte man das noch nicht nennen.

Meine Augen waren verbunden, wegen der Tränensäcke, die entfernt worden waren. Ich konnte also niemandem eine Nachricht über mein Handy schicken, dass alles gut verlaufen war. Eine der Schwestern hat aber netterweise am Abend der OP gegen 22 Uhr dann in meinem Auftrag von meinem Handy den „Daumen hoch“ an meine Freundin geschickt als auch in meinen Status gesetzt. Denn es waren zwischenzeitlich auch schon viele Nachrichten von Leuten gekommen, die sich Sorgen machten, weil es so lange dauerte und immer noch kein Lebenszeichen von mir da war. Nun, das war aufgrund der Zeitspanne nicht verwunderlich (und ich hatte mir das auch schon gedacht).

Am nächsten Morgen klappte das mit dem Aufstehen und dem Laufen dann auch erheblich besser und meiner Entlassung stand nichts im Wege, wie auch Frau Wefers bestätigte. Eine gute Freundin (Annika) holte mich gegen Mittag aus der Klinik ab und brachte mich dann auch nach Hause, wo ich mein Krankenlager zuvor vorbereitet hatte.

Schmerztechnisch war es schon recht unangenehm, aber auszuhalten. Im Bauch- und Hüftbereich war es wie ein ganz schlimmer Muskelkater. Aber ein so richtig schlimmer. Und meine Fitness war natürlich noch sehr gering gewesen, Sehr sehr gering. Ich war eigentlich heilfroh, als ich mich endlich wieder zuhause hinlegen konnte. Und meine Schwellungen waren auch nicht ohne. Die Ärztin hatte mich im Krankenhaus schon aufgeklärt darüber, dass das alles „nach unten sackt“ und das deswegen auch mein Intimbereich so angeschwollen seid. Bei Männern könnte man jetzt sagen, die haben ganz besonders dicke Eier. Aber wie sagt man denn bei Frauen eigentlich? Die haben ganz besonders dicke Lippen? Wie dem auch so sei, ich hätte nicht gedacht, dass das alles so dermaßen anschwellen kann und damit beim Laufen so richtig schön unangenehm sein kann.

Bereits zwei Tage nach der OP hat aber mein Muskelkater tatsächlich schon etwas nachgelassen, darüber war ich recht erstaunt und auch nicht unglücklich.  Dafür waren aber einige Schwellungen ganz schön ordentlich bei mir am Körper. aber wie heißt es ja immer so schön: Wer schön sein will, muss leiden. Und tatsächlich sind die Schwellungen fast das unangenehmste, was ich zwei Tage danach hatte.

Bis alles vernünftig verheilt ist und die Schwellungen zurückgegangen sind, dauert es noch einige Wochen und Monate. Doch auch jetzt sieht man schon einiges. Mein Bauch ist deutlich flacher und es könnte sein, dass nach dem Abklingen der Schwellungen auch tatsächlich eine Taille zum Vorschein kommt. Die Tränensäcke sind verschwunden und die Unschönheit auf der Nase ist weggeschliffen worden. Im Gesicht wurde mir zudem an einigen Stellen etwas Fett injiziert, damit es rundlicher und somit weiblicher wirkt. Auch dieses Ergebnis ist tatsächlich bereits zu sehen, wenngleich das Gesicht natürlich auch durch die Schwellungen rundlicher wirkt. Also bleibt auch hier abzuwarten, wie es am Ende aussehen wird.

Meine Tränensäcke und auch mein Bauch hatte mich in der Vergangenheit immer sehr gestört und im Moment bin ich froh, diesen Schritt gegangen zu sein. Der Blick in den Spiegel ist momentan zwar nicht schön, da ich aussehe, als ob ich ordentlich verprügelt worden wäre, aber die weiblichen Rundungen, die ich sehe, entschädigen schon für einiges.

Meine OP war Dienstags, der Freitag war der erste Tag ohne Schmerz-Medikamente. Als Schmerzmittel soll ich Ibuprofen nach Bedarf nehmen. Aber auch am Freitag Mittag sind die Schmerzen nicht nennenswert anders wie am Vortag, sodass ich hoffe, auch ohne Schmerzmittel ab jetzt auszukommen.

Es mag vielleicht bescheuert klingen, aber das viele liegen ist auch anstrengend. Denn irgendwann weiß man auch nicht mehr, wie man liegen kann. Es tut einfach alles weh, der Rücken, der Popo. Da ist ab und an das gehen eine willkommene Abwechslung, auch wenn es ebenfalls sehr anstrengend ist.

Eine kleine Herausforderung dürfte für mich das Duschen werden, das darf ich 3 Tage nach der Operation wieder und wenn ich so an mir rieche, würde es auch langsam Sinn machen. Aber ich darf meinen Kopf mit dem Oberkörper nicht nach vorne beugen, das erschwert das ganze doch ein wenig. ich habe mich dann auch irgendwie dazu entschlossen, dass Duschen erst am Samstag vorzunehmen. Immerhin muss ich dafür ja auch das komplette Mieder ablegen und ich habe davor schon noch so ein bisschen, sagen wir mal, Respekt. Denn ich weiß nicht so genau, was mich darunter erwartet. Also eigentlich schon, aber uneigentlich …. ?!

Bei diesem Text handelt es sich um einen Auszug aus meinem Buch „Das war so nicht geplant!“, welches im Herbst 2021 erscheint.

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